Bis 2016: Fritz begleitet Werder beim nächsten Schritt

Der Kapitän bleibt an Bord. Wovon nun schon des längeren auszugehen war, ist seit gestern klar: Clemens Fritz bekundete nach dem Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt sehr überzeugend, dass er sich den Anforderungen der Bundesliga noch gewachsen fühle und „noch richtig Bock“ habe. An dieser Stelle natürlich größter Beifall für die Entscheidung, den Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2016 zu verlängern. Top-Notch für beide Seiten!

Aktuell geht es hier nicht einmal nur um die Verlängerung eines in die Jahre gekommenen, aber verdienten Werderaners, der unter Umständen noch für die eine oder andere Minute gut ist, nein. Clemens Fritz scheint für die Mannschaft momentan wichtiger denn je. Die von ihm z.Zt. dargebotene Mischung aus Spritzigkeit und Erfahrung ist im Grunde gerade nicht zu ersetzen. In Zeiten, in denen wichtige Teile des Teams regelmäßig mit Rookies besetzt, sind es Spieler wie Fritz, die für den nötigen Ausgleich in Sachen Erfahrung sorgen müssen. Das will und kann er.

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Natürlich spielt es eine unter keinen Umständen zu verschweigende Rolle, dass Viktor Skripnik mit einem Wimpernschlag erkannte, sein Kapitän sei im Mittelfeld imstande ungleich besseres zu leisten,  als er es  unter Robin Dutt irgendwo dahinter tat – keine Frage! Gerade gegen Thomas Schaaf und die Eintracht überzeugte Fritz auf dieser Position erneut komplett. Einsatz, Wille, Technik und vor allem: Auge. Letzteres fehlt insbesondere einigen der Jungspieler offenkundig und nachvollziehbarerweise noch. Sie profitieren insbesondere vom „Alten Fritz“. Er blockiert die Verjüngung der Mannschaft nicht – er begleitet sie und sollte es im Laufe der Saison mal nicht reichen, wird er die nötige Professionalität und Größe haben, das Team von der Bank aus zu unterstützen. Aber wer glaubt das aktuell?

Clemens Fritz geht genau dahin, wo es richtig wehtut und schafft es meiner Meinung nach, seine Kollegen mitzureißen. Wer genau hinschaut, dem kann nicht verborgen bleiben, wie er ein ums andere Mal mit diversen Energieleistungen deutliche Zeichen setzt, die von Mitspielern ganz augenscheinlich aufgenommen und immer wieder in eigene positive Aktionen umgewandelt werden. Das ist der Grund dafür, dass ich das öffentlich oft gefällte Urteil, Clemens Fritz sei „Kein Leader“ absolut nicht gelten lasse. Die Gleichung „Dominant + Lautsprecher = Leader“ scheint mir latent antiquiert und 2015 mitnichten angemessen. Clemens Fritz besitzt die größte Autorität, die man innerhalb dieser Mannschaft haben kann, er geht auf dem Feld voran und hilft der Mannschaft gerade sportlich enorm weiter. Da kann es kaum zwei Meinungen geben.

Ich freue mich auf die kommende Saison und bin trotz feststehender, wie anstehender Abgänge zuversichtlich, was Werders „nächsten“ Schritt betrifft. Auch wenn die kommende Saison für mich erstmal nur eine weitre im Rahmen des andauernden Umbruchs sein wird, so stimmen mich Personalien wir Junuzovic, Bartels, Vestergaard, TGS und andere absolut positiv. Dass nun auch Clemens Fritz Werder Bremen weiter begleitet (nach Karriereende dann weiter im Management), freut mich extrem.

Anlässlich seines Abschiedsspieles im September 2013 schrieb ich hier, es verabschiede sich mit Torsten Frings der „letzte echte Werderaner“. Mir kommt es gerade ein bisschen so vor, als müsse ich mich da zu gegebener Zeit mal korrigieren.

BurningBush

(Foto: sportal.de)

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