Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer …

In der aktuellen Saison 2:0 auswärts beim Club gewonnen. Mal vorweg: Man freut sich riesig, ich auch! Sauwichtig und für mich nicht so wirklich zu erwarten. Was vor Jahren noch gängige Bremer Praxis war, bedeutet momentan nicht weniger, als den nächsten Schritt, die höchste deutsche Spielklasse zu halten. Dennoch – so wie ich selten motiviert sein werde, nach einer Hand voll Niederlagen die Trennung von einem Trainer zu fordern, so explodiert in mir nun nach diesem Spiel auch kein Feierbiest.

In einem, dem Begriff „Kellerduell“ zeitweise durchaus sehr entsprechenden, Spiel zeigte sich WERDER so kaltschnäuzig, wie selten. Die eigenen Möglichkeiten wurden erkannt und die wenigen, erarbeiteten Torchancen wurden effektiv genutzt. Da konnte da nicht einmal Herr Pinola etwas ausrichten, dessen Plan es scheinbar war, unsere Offensivkräfte mit unglaublicher Frisur durch härteste Verwirrung zu zermürben. Glück gehabt!

Der besagte „nächste Schritt“ bestand für mich eindeutig darin, ein, den Umständen angemessenes, Auftreten umsetzen zu können. Gut, zu sehen, daß große Teile der Mannschaft, den Spirit des Derbysiegs für sich konservieren konnten. Lukimya – nach letztem Wochenende wieder etwas geerdet – und seine Kollegen in der Abwehr agierten überwiegend sicher („Werder jetzt seit unglaublichen X Minuten ohne Gegentor …“ halte ich nach wie vor für eine Falle!) und stabil. Das Mittelfeld und seine Raute Junuzuvic, Hunt, Obraniak & Bargfrede erzeugt für mich die richtigen Impulse und wäre mit seinen Ideen in guter Form für mich der „Plan A“ für die kommende Saison (Leider glaube ich nicht mehr an einen Verbleib von Hunt). Die Offensiv-Abteilung arbeitete gut in alle Richtungen und nutzte die entstandenen Chancen sehr effektiv. Fazit: Wer im Abstiegskampf als Team regelmäßig solche Gesamtleistungen abrufen kann, hat die Nase vorn.

Am Ende hatte das Spiel sogar noch ein wunderbaren Moment für’s grün-weiße Herz. Den Fairplayer des Spieltags! Was war passiert: Aaron Hunt kommt innerhalb des Strafraums zu Fall, Schiedsrichter Gräfe will das Foul ahnden, Hunt teilt ihm mit, dass es sich nicht um ein Foul, sondern den eigenen Versuch „einzufädeln“ haldelte – kein Elfmeter. Im Social Web allenthalben Lobeshymnen aus dem Bremer Umfeld. Von „Fantastischer Sportsmann“ bis zum „Vorschlag für den Fairplay-Preis“ alles dabei.

Aaron Hunt/ Manuel Gräfe

Wir alle lechzen offensichtlich noch mehr nach großen Taten unserer Jungs, als mir klar war. Nicht falsch verstehen: Ich empfinde sein Verhalten als positiv bemerkens- u. grundsätzlich nachahmenswert und ich weiß, daß nicht jeder Spieler derartig reagieren würde, aber solange wir über nichts anderes als seine Schwalbe als Auslöser reden, hält sich der Fairness-Gedanke in meinem Bewusstsein in überschaubaren Sphären. Das dazu – und bitte notieren: „09.03.14: Kritische Töne zu Aaron Hunt bei #werder2013.“ Wer weiß, wann es das mal wieder gibt.

WERDER geht seinen Weg. Trainer Dutt erreicht seine Mannschaft, die seinen Plan versteht und an sich selbst glaubt. Am nächsten Samstag kommt der VFB mit General Huub Stevens. Letzteren hätte ich gerade eher nicht gebraucht – ich halte diesen Mann nach wie vor für eine Art Magier im Trainingsanzug – aber was solls … Heimspiel!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer …, aber vielleicht bereitet sie den Weg für den nächsten Schritt, den 3. Sieg in Folge. Auf geht’s WERDER!

Burning Bush

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