Mer losse de Punkte in Breeem

Ein Abend, wie man ihn in Bremen lange nicht erlebt hat, seit dem 23.03.2010 um genau zu sein. Weserstadion, Flutlicht, Pokal. Der Trainer erscheint nach kurzer Selbstfindungsphase in den letzten Wochen wieder zuversichtlich, kreativ und mutig. Heimsieg gegen den „effzeh“ – mit Sternberg, Grillitsch und wirklich guter Einstellung.

Die Mannschaft hat mir erstmals in dieser Saison wirklich gut gefallen. Fritz und Bargfrede sehr solide, Bartels spritzig und laut, Galveztergaard & Co. bis auf wenige Ausnahmen souverän. Ein Mittelfeld mit Idee und Dampf erzeugte diverse Torchancen und Anthony Ujah spielt sich offensichtlich langsam aber sicher in Form – kaum zu halten der Typ, wenn er die entsprechende Idee hat. Claudio Pizarro ist nach wie vor dabei – nur das zählt. Das war überzeugend, das war verdient. „Mer losse de Punkte in Breeem… Man muss auch jönne könne … nur nicht heute halt“ lautete der greifbare Spirit.

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Werder hat gestern den Kampf angenommen. Genau das ist es, was man angesichts der aktuellen Ansprüche können muss, nicht mehr und nicht weniger. Mit dem gestrigen Drive muss einem nicht bange sein für die anstehenden Aufgaben. Klar, am kommenden Samstag kommt der BVB, den würde man aktuell sicher gern auf einen anderen Termin vertrösten. Andererseits sollte Werder sich einfach gerade machen und erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen. Daran wächst man weiter und wer weiß … wann würde ein sensationeller Punktgewinn denn besser passen als jetzt?

Ich sehe inkl. des fest eingeplanten Nordderby-Sieges durchaus die realistische Möglichkeit auf noch 8-12 Punkte bis zur Winterpause. Nach den Spielen gegen die Bayern, Mainz und Köln müssen sich Ambition und Anspruch vom Abstiegskampf verabschieden. Es muss mehr gehen und das weiß jetzt jeder.

Kurz noch etwas zu Felix Wiedwald. Nicht nur gestern zählte unser Torwart zu den Leistungsträgern und Stützen des Teams. Werder hat mit der Rückholaktion des 25-Jährigen alles richtig gemacht. Felix Wiedwald spielt nicht spektakulär – er hält Bälle. Tut er das gerade nicht, spricht er unentwegt mit seinen Vorderleuten. Beides unterscheidet ihn deutlich von seinem Vorgänger. Den einen oder anderen Lapsus gestehe ich ihm als Torwart da in vollem Umfang zu. Wäre er ein überragender Keeper, wäre er nicht bei Werder Bremen – Realität.

Am Wochenende gibt’s dann den schwarz-gelben D-Zug und eine Schlagersängerin lost unseren Pokalgegner aus. Wieder alles drin – oder nichts. | Burning Bush