Der Werder-Wegweiser

Der gebetsmühlenartig beschriebene und von vielen mittlerweile mit offenem Zynismus kommentierte Werder-Weg war auch gestern beim Werder-Talk von Radio Bremen gestern Abend Thema. In der Live-Gesprächsrunde machte Thomas Eichin erneut sehr deutlich, dass keine der handelnden Personen auch nur leise Zweifel daran hat, dass dieser beschwerliche Weg konsequent weiter beschritten werden muss.

Auch ich persönlich sehe keine Alternative zu diesem Ansatz. Die seit einigen Wochen aufkeimende negative Stimmung hat bezogen auf das Sportliche sicher ihre Berechtigung. Auch ich habe am Einsatz und der Umsetzung sportlicher Inhalte diverse Kritik zu üben. Nichtsdestotrotz können in der Bewertung der Entwicklung nur knallharte, belegbare Fakten als Argument zählen. Fakt ist, dass Werder Bremen in der bisherigen Amtszeit Eichins eine sportlich absolut positive Tendenz vorzuweisen hat. Man schloss in jedem Jahr mit einem besseren Tabellenplatz, bei jeweils mehr Punkten ab. Berücksichtigt man außerdem, dass die Investition in den Kader aufgrund einer knallharten Konsolidierung in jedem Jahr rückläufig war, ist das Ganze im Grunde sogar als Erfolgsgeschichte zu betrachten.
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In diesem engen Rahmen zu wirken und sich dabei kontinuierlich jenseits der Abstiegsplätze zu bewegen – aus meiner sich eine hoch anspruchsvolle Ambition. Unter diesen Gesichtspunkten erklären sich in meinen Augen zwar Leistungen wie die gegen Wolfsburg absolut nicht – das war und bleibt miserabel, aber sollte doch jedem (und sei es erst jetzt) die Augen öffnen. Ein Teil des steinigen Weges ist gegangen, aber wir sind noch lange unterwegs. Thomas Eichin war der richtige Mann zur richtigen Zeit, da bin ich sicher. Es ist für mich dabei völlig sekundär, ob er eitel ist oder seine ureigenen Ambitionen teils egoistischer Natur sind. Er greift ohne Sinn für überflüssige Romantik in die richtigen Abläufe ein und ohne Ansehen von Personen durch. Im Übrigen ist er sich, wie zuletzt gestern Abend, nicht zu schade, den eingeschlagenen Weg immer wieder zu erklären und zu vertreten.

Das alles wird auch in mir zukünftig noch häufig die Gebrüder Zynismus und Fatalismus wecken, dessen bin ich mir sicher. Dennoch, auch wenn der Werder-Weg kein schöner und er viel zu lang ist, er ist notwendig und ich stehe zu 100% dahinter. | Burning Bush

 

(Foto: gumzmedia)