#offtopic: Mädchenfußball.

In den vergangenen Tagen allerorts wieder vermehrt heiße Diskussionen zum Thema Fußball – mitten im Sommer. Der Grund dafür: Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada.

Die in diesem Zusammenhang von vielen zu Tage getragene Haltung erstaunt mich nach wie vor und mit jedem mal mehr. Dabei geht es mir null um die Frage, ob jemand dem Sport etwas abgewinnen kann, oder nicht. Für mich spielt primär die Art und Weise des Umgangs mit dem Thema eine große Rolle. Dass jemand sich per se nicht für Frauenfußball interessiert, ist ja erstmal ungefähr genauso legitim, wie das Desinteresse eines anderen dem Handballsport gegenüber. Auch in der Beurteilung der Qualität dieses Sports kann man selbstverständlich unterschiedlicher Meinung sein. Wer sich dafür interessiert, hat ja gute Möglichkeiten Möglichkeiten, sich auf Stand zu bringen. 

Frauen-Nationalmannschaft-Trikot-2015

Spannend wird es für mich dann im gemeinsamen Umgang mit der Sportart als solcher. Nirgends im Bereich Sport höre oder lese ich insbesondere seitens meiner Geschlechtsgenossen derartiges Gelächter und diese Masse an Despektierlichkeiten, wie im Kontext Frauenfußball. Ich kann verbal selber ganz gut mal unter der Gürtellinie, Asche auf mein Haupt – darum geht es nicht. Ich meine aber trotzdem, dass es eine grundsätzliche Übereinkunft darüber geben muss, dass den Mädels in ihrem Sport ebenso viel Respekt entgegengebracht wird, wie den Typen. Ob aus genereller, rollenfixierter Ignoranz oder sonstiger antiquierter Männerei – aktuell sind wir davon in unserer Gesellschaft offensichtlich meilenweit entfernt – das behaupte ich, ohne mich Moralkeule schwingend hier als Gutmensch gerieren zu wollen. Dass Teile der Boulevard-Medien diesem Fass mit ihrer mehr als sexistischen „Berichterstattung“ parallel vollstens den Boden durchtreten, erwarte ich nicht anders. Ein mehr als kontraproduktives Sahnehäubchen. | Burning Bush

(Foto: fooneo.de)