Der Geist von Robin Dutt

Ich war bis zum Schluss sehr dafür, den damaligen Coach Robin Dutt zu stützen. Und zwar, weil sich lange Zeit keine wirklich adäquate Alternative aufzeigen ließ und nicht, weil ich großer Fan seiner Arbeit war. Unter Robin Dutt fehlte Werder neben spielerischer Klasse vor allem eines: Die richtige Einstellung. An die damalig flächendeckende Vakanz dieser wichtigen Mentalität fühlte ich mich beim Pokalspiel auf der Alm extrem erinnert.

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Robin Dutt ist mittlerweile Sportdirektor im Süden und ihm wird unter Umständen schon bald die absurde Ehre zuteil, in der Saison, in der er als Trainer entlassen wurde, selber einen anderen Trainer nach Hause zu schicken. Werder Bremen aber ist seither einen guten Weg gegangen. Eine unglaubliche Serie mit Siegen gegen Teams fast jeder Güteklasse und einem Startrainer Skripnik. Technisch veritables Spiel und eine Mentalität, wie man sie in Bremen lange nicht erlebt hat, prägten die letzten Monate. Rausch und Euphorie – für viele bereits Anlass, Ihre Europa-Gelüste offen auszusprechen und dem Massentreiben samt überragender Aufbruchsstimmung den gefühlten Stempel „Selbstläufer“ zu verpassen.

DPA

Werder kam im DFB-Pokal Achtelfinale bei Arminia Bielefeld nicht dazu, sein Spiel aufzuziehen und wurde überzeugend und deutlich geschlagen. „Heimschiri“ oder „Rasen“ interessieren mich dabei weniger als nur sekundär. Wie schlecht muss ein Rasen sein, um den grundsätzlichen Leistungs-Vorteil einer der aktuell besten Bundesliga-Mannschaften gegenüber einem Drittligisten zu pulverisieren? Genau. Es war offensichtlich auch nicht möglich stattdessen in den vielgepriesenen Kampfmodus umzuschalten – vermutlich ist sowas gegen spielstarke Teams wie Leverkusen dann doch noch etwas anderes. Kurz gesagt: Arminia Bielefeld wird 2015 vielleicht noch nach Sandhausen (unter Umständen sogar mit dem wahnsinnigen Norbert Meier) und sicher nicht West-Berlin fahren, hat den SV Werder Bremen aber verdient aus dem Pokal geworfen. Keine Frage.

Am Wochenende geht es nach Freiburg. Im Grunde wird diesem Spiel durch die jüngsten Entwicklungen und die Tatsache des Kamikaze-Events gegen die Bayern eine Woche später eine gravierende Bedeutung zuteil. Ich hoffe sehr, dass sich die Mannschaft nicht von ihrem Weg abringen lässt und zurück in die Spur findet.

Leute, ich mach viel Scheiß mit, aber mit gebrochener Mentalität und Abwärtstrend im Rücken zurück in den Keller, da hab ich null Bock drauf.

„Wir sind da, wo wir sind“ (Viktor Skripnik)

#BurningBush

(Foto: DPA)

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Ein Kommentar zu „Der Geist von Robin Dutt

  1. Auch wenn das DFB-Pokal-Aus gegen einen Drittligisten bitter ist, hat man ja bereits gegen den Sport-Club gesehen, dass die Einstellung nach wie vor stimmt und es ein „Pokalausrutscher“ war. Der DSC ist zu Hause nicht zu unterschätzen und auch BMG wird auf der Alm alles geben müssen…

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