Demonstration gescheitert.

Zu behaupten, ich hätte das heute nicht gesehen, wäre mein eigentlicher „Plan A“ – wobei mich einfach zu viele dabei gesehen haben, also …

Unser Trainer probiert aus. Ich honoriere das, befürworte es in den meisten Fällen – Leute sagen, es wäre sein Job. Was ich heute gesehen habe, überschreitet allerdings deutlich meine persönliche Genussgrenze.

Hier wurde ein bestehendes, funktionierendes und – in unserem Rahmen – erfolgreiches System gesprengt. Der Grund dafür liegt in meinen Augen weniger in der Tatsache, sich aktuell auf die spielerischen Gegebenheiten des SC Freiburg einstellen zu wollen, als viel mehr in einer gewissen persönlichen Eitelkeit. Es scheint mir, als verfolgte Robin Dutt mit der heutigen Aufstellung primär das Ziel, Bremen, der Welt und vor allem dem Freiburger Publikum zu demonstrieren, zu was WERDER mit der Steuereinheit Robin Dutt/Cédric Makiadi in der Lage sei. Dieses Experiment samt Umstellung des etablierten Systems ging, gelinde gesagt, derbe in die Hose. Ich betrachte das Spiel heute, bei höchstem Respekt gegenüber Robin Dutt als „verchoacht“ – und das zu Lasten aller. 

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Pünktlich zur heißen Phase der Saison melden wir uns zurück im Geschäft um den Klassenerhalt. Gegen Freiburg war man, unabhängig von den geschilderten Vorgängen, fußballerisch erneut unterlegen und der absolut verdiente Verlierer. Abwehr unsicher, Mittelfeld abgemeldet, Hunt allein.

Ich wiederhole mich, aber aus meiner Sicht, erreichen wir den Klassenerhalt nur noch zu Hause in Bremen – mit dem Publikum und der entsprechenden Atmosphäre im Rücken. Dem Glauben, irgendwo hinzufahren um dort spielerisch erfolgreich zu sein, habe ich mich (trotz Nürnberg) vollstens entledigt.

Dienstag kommen KrawAllofs und Konsorten – nicht gerade unsere Buddies. Ich halte es für möglich, im Weserstadion mit erneut guter Einstellung, nicht als Verlierer vom Platz gehen zu müssen. Ich wünsche Mannschaft und Trainer eine angemessene Reflexion und hoffe, dass man am Dienstag zurück in die Spur findet.

Klassenerhalt ist Pflicht!

#werder2013

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9 Kommentare zu „Demonstration gescheitert.

  1. Ich teile deine Einschätzung zur Aufstellung eins zu eins. Ergänzen kann man dies mMn durch Kritik an den Wechseln. Okay, Petersen hat ein Tor geschossen. Dies außen vor gelassen: warum nicht Aycicek, Kobylanski o.ä. bringen? Das Spiel war gelaufen, Petersen und TGS sicher nicht dazu in der Lage, ein desolates Team plötzlich zu einem strukturiert nach vorne spielenden zu wandeln.
    Zuletzt konnte man sehr angetan sein von Dutts Teammanagement, zumindest war es erfolgreich. Aber gestern wiegt schwer, das war ein totales Versagen und einer Bundesligamannschaft unwürdig.

  2. Auch sollte man anfügen, das es nicht richtig ist einen Mehmet Ekici der über Qualität verfügt der sich beweisen will, der in das System passt nicht einmal auf die Bank zu setzen, auf jenen Gegenstand auf dem unser Kapitän sitzt, der in letzter Zeit höchstens eingewechselt wird und dann ein miserables Spiel macht.

  3. Ahoi!
    »Vercoacht« finde ich ein wenig hart – vielleicht war’s eher das fehlende glückliche Händchen? Die Umstellung von der Raute auf’s 4-4-2 kam ja dann noch.
    Imho kann man Dutt nur vorwerfen, dass er
    (a) Makiadi für Petersen brachte. Es hätte ein Stürmer sein müssen – Aycicek. Daraus resultiert direkt
    (b), denn mit Aycicek im Sturm hätte Hunt zentral spielen können und
    (c) Obraniak auf dem Flügel.

  4. Ich sehe das Spiel nicht wirklich als vercoacht an – im Gegensatz zu ein paar Partien in der Hinrunde und zu Beginn der Rückrunde. Es wurde kein System gesprengt, sondern eine Anpassung vorgenommen, die nach dem Spiel gegen Stuttgart angebracht war, weil dort gezeigt wurde, wie man Werders System knacken kann. Die Ausführung war natürlich mangelhaft und man kann diskutieren, ob eine Umstellung auf ein 4-2-3-1 mit passiver Spielweise besser gewesen wäre als dieses höhere Pressing im 4-3-3 gegen den Ball. Prinzipiell bin ich aber froh, dass die Zeiten in denen bei Werder erst nach der dritten Niederlage in Folge über Umstellungen nachgedacht wurde, vorbei sind.

    @spe: Ich glaube mit der Umstellung wollte Dutt auch Obraniak von der Halbposition weghaben und dort jemanden aufstellen, der defensiv mehr mitarbeitet. Davon ab: Seit wann ist Aycicek Stürmer? Und warum war Kobylanski eigentlich nicht im Kader?

  5. @Tobi:
    »Prinzipiell bin ich aber froh, dass die Zeiten in denen bei Werder erst nach der dritten Niederlage in Folge über Umstellungen nachgedacht wurde, vorbei sind.«

    Amen to that – imho auch eher ein gutes Zeichen.
    Zur Hunt/Obraniak/Aycicek-Rochade: Sehe Aycicek im Sturm jedenfalls eher als Hunt. Kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass Dutt die Gelegenheit für günstig hielt, Obraniaks Zehnerqualitäten mal auszuloten. Mit Blick auf die Zukunft…
    Und was die Umsetzung und eigentlich Alles betrifft, war das Gegenteil von gut (wie so oft) halt gut gemeint.

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