ES LEBT!

Ich gehöre wahrlich nicht zur „Wusste ich ja vorher-Fraktion“. Dass die Mannschaft zu dem gestern gezeigten in der Lage ist, wusste ich allerdings vorher. Es wundert mich ebenfalls kaum, dass innerhalb weniger Tage, das mehr oder weniger schlechteste sowie beste Saisonspiel direkt aufeinander folgen. Keine Fakten, die mich irritieren in diesen Zeiten.

WERDER BREMEN tat dank starker Leistung, angemessener Taktik und großem Einsatz inklusive nötigem Quäntchen Glück in letzter Minute einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Trainer und Mannschaft schafften es, das optimale und akuell maximale aus sich herauszuholen. Das können sie – wusste ich vorher. Man darf berechtigterweise hoffen, dass das gestern der Klassenerhalt war. Also hoffentlich.

Da sitze ich seit gestern Abend da und lese viel gutes in den Foren und Sozialen Medien dieses Landes. Über die Taktik, das System – die Strategie, und bin jetzt doch ein wenig irritiert. Es scheint mittlerweile wirklich gang und gäbe zu sein, nach jedem Spiel neu mit Spieler und Trainern abzurechnen. Stimmungs- und teilweise Meinungsschwankungen von bis zu 180° in 5 Tagen. Da komme ich nicht mehr mit. Mein normalerweise ungebrochener Diskussionshunger ist durch diese Tendenzen klar und deutlich beeinträchtigt. Der Appetit fehlt …

Etwas Gutes hat die Sache wenigstens. Robin Dutt wird für mindestens 5 Tage mal nicht der inkompetente DFB-Leverkusen-Versager sein, der sich am besten über Nacht von selbst in Luft auflösen sollte. Tatsache, auch wenn böse Zungen behaupten, man hätte Viktor Skripnik in den Tagen vor dem Spiel in Hannover heimlich die Trainingsleitung übertragen – das lässt sich eh nicht nachweisen.

Für mich hat sich an der Haltung zum Gebilde WERDER gestern nichts verändert. Ich habe dem Team nach den Spielen gegen Freiburg und Wolfsburg genauso viel oder wenig zugetraut, wie heute nach Hannover 96 und anders herum. Ich halte alle Ertwartungen an einen konventionellen, tendenziell stringenten Entwicklungsverlauf, in Bezug auf diese Mannschaft und ihren Trainer in dieser Saison für überzogen. Nach wie vor.

#werder2013 wird sich in den kommenden Wochen nun wieder voll der Gesamtsituation bei WERDER BREMEN widtmen. Dieses Blog war nie als „Berichterstattung“ zur laufenden Spielzeit gedacht, nach was es sich der Meinung des Autoren nach mittlerweile aber fast anfühlt.

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Zwei personelle Nachträge noch: Aleksandar Ignjovski und Aaron Hunt gehen von Bord. Ersteren hätte ich als „Mentalitätsbiest“ äußerst gern weiterhin in unseren Reihen gesehen. Dass er auf der Liste Robin Dutts nicht besonders weit oben seht und daher sehr wahrscheinlich 2014/2015 erneut viel Zeit auf der Bank verbracht hätte, wissen aber auch die meisten – daher größtes Verständnis! Der Abgang von Aaron Hunt war mir seit längerem klar und er schmerzt. Aktuell wirklich die zentrale Position und kreativer Mittelpunkt unseres Offensivspiels. Hätte gern irgendwann sein Karriereende in Bremen gefeiert, auch wenn ich Thomas Eichin in einem Punkt widerspreche. Zu einer WERDER-Ikone hätte es nie gerreicht, da Aaron Hunt die Zuneigung großer Teile der Anhängerschaft zu oft fundamental verwährt blieb. Viele Menschen in meinem Umfeld fragen sich länger schon, warum das so ist? Aus meiner Sicht ist das aber relativ simpel: Die Mischung aus überzeugendem Talent, destruktiver Körperhaltung und introvertierter Persönlichkeit wird vom Publikum nur bei überwiegend überragender Leistung honoriert. Für mich aber ein ganz großer – Danke Aaron Hunt und Alles Gute!

#werder2013