20 Minuten of Death, Moral & Mielitz.

header-2Da ich vielerorts bereits in völligem Verruf stehe, ein notorischer Schönredner mit exzessivem Hang zur grün-weißen Sozialromantik zu sein … einen hab ich noch:

Was für eine geile Moral – zweifach mit zwei Toren zurückgelegen und bis zur letzten Sekunde dran geglaubt, dass noch etwas geht! Toller Einstand von Petersen inkl. genialstem Pass, seit er bei uns ist, ein Aaron Hunt erneut stark – beim Elfmeter trocken wie wenige – und natürlich ein Bargfrede-Tor. Ein was? Genau. Man muss wieder mal feststellen: Wenn die Truppe will und es schafft, diese seltsam positive Dynamik aufzubauen, dann muss sie sich kaum irgendwo verstecken. Soviel mal dazu. Apropos Moral: Die zweifle ich beim Schiedsrichter vom Samstag irgendwie an.

Unabhängig von jeglicher Moral darf man aber meines Erachtens nach trotzdem auch ein wenig fassunglos sein. Mir wird in diesem Leben wohl keiner mehr erklären können, wie man es immer wieder so überzeugend schafft, die ersten 20min. komplett zu verschlafen. In meinen Augen nicht vermittelbar und in jedem Fall kurios. Wenn ich überlege, dass am Ende der Saison soetwas auschlaggebend sein kann für einen Abstieg, dann fehlt mir da bei der Betrachtung mittlerweile jeglicher Humor. Auch das ernuet in großen Teilen desolate Defensiv-Verhalten ist hart an der Grenze. Laufwege und Stellungsspiel, bei teils mehr als vorhersehbaren Angriffssituationen erinnern einen zu selten an die funktionierende Abwehrreihe eines Bundesligisten. Von Herrn Garcia mal ganz zu schweigen. Ich bin echt Fan! Aber dass „Rambo“ da schon wieder einen Elfmeter verursacht, ist genau das Maß an Übermut zu viel, das uns auf links ganz schnell wieder nackt darstehen lässt.

Für mich galt seit Beginn der Ära Dutt im Sommer, dass eine erste Bewertung der sportlichen Entwicklung frühestens in der Winterpause Sinn macht und fair ist. Es ist abzusehen, dass man im offensiven Bereich Dinge erkennen wird, die bei vorhandenem Spielermaterial (Bescheidenes Wort – benutz‘ ich nie wieder!) positiv auffallen und in die objektiv richtige Richtung gehen. Wenn der Trainer es allerdings nicht ganz bald schafft, der Abwehr mehr Stabilität einzuhauchen, wird die Luft auch für ihn dünner werden, zumal man die angepeilten 20 Punkte in der Hinrunde kaum mehr holen wird und man sich somit in der Rückrunde ohne wenn und aber steigern muss.

Unterhaltungswert Samstag wohl übrigens vom Feinsten, wie man hört. Das kann ich nicht beuteilen, mit solchen Spielen, macht WERDER mich einfach nur alle.
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Lange überlegt, ob man dazu noch etwas schreibt… aber gänzlich ignorieren werd ich es nicht können. Der klare Vorteil dieses Geblogges gegenüber den Massen an seriöser Bereichterstattung ist es ja, die persönliche Meinung nicht zurückhalten zu müssen. Also kurz:

Auch wenn ich zum Zeitpunkt der Bekanntgabe von Dutts Aufstellung am Samstag bereits etwas vorgewarnt war – als ich es schwarz auf weiß las, war ich für einen Moment relativ konsterniert. Das ganze #ProMiele-Qequatsche und Geposte der letzten Monate wird Dir in einem einzigen Moment um die Ohren hehauen. Er spielt nicht. Braucht seine Ruhe, die er jetzt bekommt – bis zur Winterpause. Sebastian Mielitz scheint angeschlagen. Die letzten eineinhalb Jahre Dauerfeuer auf seine Person waren zu viel – meint der Trainer.

Wenn einer unserer Spieler vom Druck der Öffentlichkeit menschlich und mental persönlich beeinträchtigt wird, dann muss er aus der Schusslinie. Das hat für mich absolute Priorität. Wer spielt, ist in dem Fall völlig sekundär aus meiner Sicht. Ich trage die Entscheidung des Trainers in vollem Umfang mit und Raphael Wolf, dessen Verpflichtung ich nach wie vor für eine gute halte, hat meine volle Unterstützung. Möge er den ggfs. anstehenden Kugelhagel gegen die Bayern wohlbehalten überstehen. Sebastian Mielitz wünsche ich, dass seine Laufbahn bei WERDER BREMEN mit dem Akt vom Wochenende kein leises, plötzliches Ende gefunden hat. Dieser Mensch hatte niemals eine wirkliche Chance. Zu wenig Tim Wiese und nicht die Ausstrahlung die sich Teile der Presse und Öffentlichkeit wünschten. Darüber hinaus aus unerfindlichen Gründen Opfer der allgemeinen Bewertung. Bis zum heutigen Tag sprechen ordinär-klare Statiskitken deutlich gegen die These, er habe nicht das nötige Niveau für die Bundesliga. Von vielen Zuschauern, Presse und großen Teilen der Internetgemeinde beharrlich ignoriert, spielt es nun keine Rolle mehr. Ich wünsche ihm das Beste und hoffe, auch er kann weiterhin zum erfolgreichen Halten der Klasse beitragen.
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Wenn mir dieser Spieltag für eine Tatsache wieder mal die Augen geöffnet hat, dann dafür, dass die Bundesliga nichts entschuldigt. Keine 20 Minuten Blackout auf dem Platz – keine menschlichen Schwächen. Profifußball ist auch fies irgendwie.

Ich hol mir jetzt ’nen Kaffee und lese dann einen aktuellen Artikel über einen großen Ex-WERDERaner. Oliver Reck ist  seit gestern Interimstrainer bei Fortuna Düsseldorf. Oliver Reck – ein Gigant zwischen den Pfosten. Da sind sich in Bremen die meisten einig. Keine Frage! Ein WERDERaner par excellence, der einige große Titel mit an die Weser holte. Ich habe aber einen Verdacht: Oliver Reck hätte mit all seinen, neben großen Taten, vorhandenen Fehlbarkeiten, denen er deutschlandweit überzogenerweise den Namen „Pannenolli“  verdankte, wohl kaum eine Chance zu derartigen Erfolgen erhalten. Internet-Community & Co. hätten ihn vermutlich in 3 Monaten ohne Chance zur Rehabilitation an die Wand genagelt. Dann hätte Ruhe gebraucht. Und bekommen – da bin ich sicher.

#werder2013

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