Emotionale Weihnachstfeier – Frohes Fest!

header-2-2Das kam überraschend, kann ich nicht anders sagen. Ein Heimsieg gegen Bayer Leverkusen war, bei aller Liebe, nach den Spielen gegen den FC Ballbesitz und in Berlin in meiner persönlichen Kalkulation nicht mehr vorgesehen. Ich war seit meinem Ausflug zur Hertha mit einem amtlichen Frustkoffer unterwegs – schön schwer das Ding und ohne Rollen.

Ich gehe mit dem „Erwartungsfaktor Null“ in dieses Spiel. Leverkusen, hallo!? Die würden uns zerspielen und vorführen – am Ende mit Recht, klar. Für mich geht es vor dem Spiel lediglich darum, einigermaßen unfallfrei in die Winterpause zu kommen.

Alles kommt anders im Weserstadion. Wie man es schon nach Spielen wie z.B. gegen Nürnberg oder Hannover sagen musste: Wenn diese Mannschaft – und sei sie tatsächlich so limitiert, wie man sagt – regelmäßig das abrufen würde, was in diesem Spiel zu sehen ist – „Klassenerhalt“ wäre nicht unsere Baustelle. Ein erneut starker Aaron Hunt und ein Rapael Wolf, der sich erstmals angemessen auszeichnen kann, sind an diesem Tag herausragende Figuren. Für mich die überraschendste Leistung der Saison aber liefert Sebastian Prödl ab. Sicher und dominant organisiert er WERDERs Verteidigung, wie man es im Laufe der Hinrunde wohl kaum mal gesehen haben dürfte. Für mich wahrscheinlich Prödls beste Leistung im WERDER-Trikot überhaupt. Obendrauf dann ein emotionales Feuerwerk, erneut gezündet durch Herrn Garcia. Spontane Weihnachtsfeier im Weserstadion.

Nicht falsch verstehen – es gab keinen Traumfußball zu sehen. Nichts überragendes. Gemessen an unseren Möglichkeiten, spielte man aber genau das, was angesagt sein muss, um die Liga zu halten. Warum tut man es nicht öfter? Man versteht diese Mannschaft manchmal nicht. Nun bin ich erstmal froh, dass so versöhnlich in die Pause geht. Das am Samstag war Weserstadion, das waren wir – das war WERDER.

Emotionale Ausbrüche nach dem Spiel – enorm. Weserstadion at it’s best! Der allgegenwärtige Druck wird deutlich. Menschen liegen sich in den Armen, Spieler klatschen minutenlang alles ab, was sich bewegt und ein Trainer ringt auf der Pressekonferenz bei seiner Rekapitulation der Hinrunde mit seiner Fassung. Letzterer dürfte sich jüngst vielleicht mal gefragt haben, ob er alle Entscheidungen der laufenden Hinrunde so wieder treffen würde. Da ging das ein oder andere aus unterschiedlichsten Gründen nur bedingt auf – muss und darf man sagen.

Ich bleibe aber dabei: Auch wenn ich taktische Defizite sehe, Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte und nicht alles an seiner Arbeit gutheißen kann: Ich empfinde den Menschen Dutt als den richtigen Trainer in der aktuellen Situation. Seine Art zu kommunizieren ist sehr offen und die Weise, in der er Fehler macht sowie seine Bereitschaft, diese wieder zu korrigieren, ist mehr als akteptabel. Ich schätze seine Sensibilität und habe das Gefühl, dass er WERDER versteht. Jetzt gibt es viele Leute, die mir entgegnen, dass diese Werte ja nicht die maßgeblichen sein können für den Weg zurück zum Erfolg. Vielleicht stimmt das sogar … dann bleib ich aber gern der grün-weiße Sozialromantiker ohne den Blick für’s Wesentliche – Check!

Wir brauchen weiter Geduld und Menschen, die sachlich analysieren. Auf dem Platz und abseits des Feldes. Es liegt mir fern, Dinge schönzureden oder in Lethargie zu verfallen, aber Panik, medialen Pseudo-Druck und Internet-Gepöbel brauchen wir nicht. Was wir brauchen sind Glaube und Hoffnung. Kollege Piet drückte das ganze neulich simpel und deutlich aus: Nicht den lautesten Schreihälsen das Feld überlassen!So sehe ich das auch. 

Nun mal Pause für alle. Würde zum Jahreswechsel mal detaillierter auf „Meine Hinrunde mit WERDER“ eingehen – die letzten Wochen müssen aber mal sacken. WIR SIND WERDER BREMEN! Und das ist momentan echt ein Auftrag.

#werder2013