Wolfsburg – aus Tradition geht so.

Am Samstag müssen wir nach Wolfsburg. Also das grün-weiß-königliche “Wir“. Müssen? Ich muss überhaupt nichts. Als ich zum letzten Mal in Wolfsburg war, verloren wir knapp – 5:1. Wolfsburg wurde an dem Tag Meister und ich hatte schwer mit einem plötzlich auftretenden, offenen Leistenbruch zu tun, der zugegebenermaßen noch etwas unangenehmer war, als das Spiel … aber nur ein marginal.

Wolfsburg – das ist die Truppe von diesem Allofs. Dieser Verein ist in meiner Wahrnehmung in den letzten Jahren von allen am meisten unter den Erwartungen geblieben. Respekt für die Meisterschaft, aber mit dem Feuerwehrschlauch, mit dem die da als Finanzspritze rumballern dürfen, ist mir unbegreiflich, wieso man bis dato so wenig substanzielles geschaffen hat. “Mit Allofs und Hecking wird sich alles ändern. Das ist die erste Sportliche Leitung, die dort richtig was reißen wird“ (O-Ton ich). Ich glaube das immer noch, wenngleich sich in jüngster Vergangenheit das latente Gefühl breit macht, dass da vielleicht doch noch ein weiterer Trainerwechsel fällig ist, bis ein ehemaliges Erfolgsduo mal zeigen kann, zu was man im Stande ist, wenn einem richtig Scheine zur Verfügung stehen.
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Am Samstag müssen wir nach Wolfsburg. Eigentlich eine klare Sache. Diego & Co sollten uns nach Herzenslust auseinander nehmen. Sollten sie. In der Truppe steckt keiner drin und wenn sogar Braunschweig da gewinnt, dann … . Wir sahen in den letzten Jahren meistens schlecht aus bei WV, aber ich denke, der Trainer wird ggfs. Mittel und Wege finden, es einfach anders zu machen als bisher.

Wie er so einiges anders macht zur Zeit. Mannschaft nicht mehr beim Freimarkt, Mannschaft nicht mehr zum Trainingslager in Belek. Da wird aufgeräumt mit einigen Traditionen. Letzterer Begriff wird seit Tagen im Internet von Kritikern dieser Neuerungen als große Argumente-Keule geschwungen.  „Die Mannschaft muss sich auf dem Freimarkt zeigen“. Das ist „doch Tradition bei WERDER.“ Es sei „nicht OK, dass der Dutt alles schlecht macht, was jahrelang gut war“ und noch mehr so grandiose Ergüsse sind zu lesen. Oft von Menschen, deren eigene Primär-Tradition es ist, sich morgens von Mama wecken zu lassen, bevor der Schulbus auf große Fahrt geht.

Ich finde es positiv und angemessen, dass Mannschaft und Trainer geistig so flexibel sind, zu sagen „Wir haben gerade anderes, wichtigeres zu tun“ und sich gegen die Volksbelustigung im Bayernzelt entscheiden. Frage mich übrigens, wieviele Leute “die richtige Einstellung“ moniert hätten, wäre das Team dort wie gewohnt aufgeschlagen. Nach dem „Grottenkick“ gegen Freiburg womöglich.  Traditionen sollten an anderer Stelle gewahrt werden. Im Umgang, in der Philosophie und im Selbstverständnis. Wenn die Mannschaft sich auf Training und Spielbetrieb fokussiert, dann zeigt das lediglich, wie sehr sie die Gesamtsituation verinnerlicht hat. Sagt mir so zu. Tradition bla … …

Am Samstag müssen wir nach Wolfsburg. Wenn der Zug nicht dran vorbeifährt, werden wir versuchen es anders zu machen und dort etwas mitzunehmen. Denn gegen Wolfsburg schlecht auszusehen – das ist eine wahrlich miese Tradition.

#werder2013

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