Wolfsburg, Elia & der Kapitän.

In Wolfsburg so an die Wand gespielt zu werden, war nicht geplant. Ausfälle oder eine weit höhere Qualität des Kaders der Heimmannschaft hin oder her.  Ich hätte gern eine Trendwende in diesem Duell gesehen und war doch einigermaßen schockiert, dass man sich sich seitens unseres Gegners ausgerechnet gegen WERDER auf seine Fähigkeiten besinnt und so, teilweise brilliant, einen Klassenunterscheid aufzeigt. Ich bin aber sehr für abhaken. Ich sehe den VFL nicht in der Reihe von Mannschaften, bei denen wir uns im Auswärtsspiel zur Zeit im Vorfeld etwas ausrechen sollten. Wenn ich es genau nehme, entspricht das Gesehene lediglich meinen ungefähren Erwartungen an beide Teams. Da muss man aktuelle Tabellenplätze ignorieren. Wenn beide Mannschaften Ihrem Niveau entsprechend auftreten, dann spielen dort ein potentieller Teilnehmer in Sachen Abstiegskampf und ein klarer Anwärter auf den Europäischen Wettbewerb. Das war bitter, gegen Wolfsfburg nervt es doppelt und sehen will sowas eh keiner – schon gar nicht ohne jegliche Offensive. Aber: So what? H96 zu Hause – das unsere Abteilung.

Eine andere, sich andeutende, Niederlage wurmt mich um einiges mehr. Ich persönlich gelte seit Längerem diesbzgl. als verblendet und treudoof, aber auch ich sehe mittlerweile mit Sorge die Situation um unseren Kapitän. Grundsätzlich stehe ich voll und ganz hinter einem Trainer, der einen Spieler trotz schwankender Leistungen aufstellt. Das Argument, der Trainer beobachte ihn täglich im Training und hätte klare Gründe für seine Aufstellung, kann ich runterbeten wie die ersten 20 Folgen ALF. In einer Mannschaft, in der zur Ausführung des „Auftrags Klassenerhalt“ neben Technik oder Schnelligkeit eben auch Charakter und Erfahrung von Nöten sind, hat ein Spieler wie Clemens Fritz sowieso immer einen Mehrwert für den Trainer. Wer im Bilde darüber ist, welche Bedeutung und welchen Anteil dieser Spieler an der aktuellen internen Geschlossenheit des Teams hat, weiß was ich meine. Clemens Fritz ist ein Wahnsinnstyp und menschlich kaum zu ersetzen.
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Gemessen wird jemand, insbesondere auf Positionen wie der seinen, allerdings an anderen Werten. Und da wird es langsam ungemütlich. Der Mangel an Geschwindigkeit und Überblick im Stellungsspiel schlägt sich aktuell zu oft in der Entwicklung oder direkten Nichtverhinderung von Gegentoren nieder. Unübersehbar. Wenngleich er ein Spieler ist, der aus meiner Sicht im Verhältnis von positiver und negativer Kritik nie wirklich fair behandelt wurde, muss ich zugeben, dass man sich diese Schwächen nicht mehr lange leisten können und wollen wird. Ich für meinen Teil bin gedanklich noch nicht so weit – und von Ultimaten sollte man diesbzgl. grundsätzlich Abstand nehmen, aber in dieser Form wird es für Robin Dutt kompliziert, Clemens Fritz weiterhin für unantastbar zu erklären und ihn in der Startelf zu halten. Mit Recht.

Zum Schluss eine Kleinigkeit zu Herrn Elia, Ex-Mitglied der legendären “Egozange“ und wiedererstarkte Offensivkraft unter Robin Dutt. Ich schrieb im Mai, ich möchte neben Marko Arnautovic auch ihn “nicht mehr im WERDER-Trikot sehen“. Das hatte sich in Bezug auf den, wohl permanent mißverstandenen Österreicher ja auch schnell erledigt – man hört nur Großes aus Stoke by the way. Im „Fall Elia“ möchte ich Buße tun und reumütig behaupten, dass er WERDER gerade sehr weiterhilft. Im Training arbeitet er gnadenlos, wie man hört und unserem Spiel gibt er einen technischen Faktor, den wir brauchen. Darüberhinaus ist er sich nicht zu schade, für seine Mitspieler zu laufen und ist defensiv teilweise stark. Der Einfluss, unter dem er während der vergangenen Saison gestanden zu haben scheint, wurde von mir unterschätzt. Das erkenne ich an. Wenn er beständig weiterarbeitet, wird er bei WERDER in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Noch etwas wichtiges zum Spiel am Sonntag zu Hause gegen Hannover 96: Ich bin für Punkte!

#werder2013

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